Sternwarte 2.0

Ende des Jahres 2016 habe ich beschlossen, eine neue (siehe alte hier...) Sternwarte zu bauen. Sie liegt wieder in Sachsen, auf dem Land, wo der Himmel noch etwas dunkel ist. 

Durch die Gegebenheiten vor Ort (freier Westhorizont) habe ich oft starken Wind anliegen und ich möchte die gesamte Sicht möglichst gut nutzen. Deshalb habe ich mich für eine übliche Kuppelkonstruktion entschieden. Das ist zwar deutlich aufwändiger als ein Rolldach, dann bietet sie aber guten Wind- und Sichtschutz. Im folgenden dokumentiere ich den ganzen Ablauf in Form eines kleinen Tagebuchs...

[Disclaimer: Unter Umständen erwähne ich Lieferanten, Hersteller, Firmen mit denen ich im Lauf des Projekts zu tun hatte. Ich habe keinerlei weiterreichende Geschäftsbeziehungen zu diesen noch soll es als Werbung dienen. Ich möchte dem Leser lediglich einen Anhaltspunkt geben wo er Teile beschaffen kann.]

Was kommt noch in den kommenden Wochen?

  • Lackierung
  • Fertigstellen der Elektronik
  • Trockentest mit Teleskop
  • Einbau der Stahlträger in das bestehende Gebäude
  • Aufbau der Kuppel auf das Dach
  • Einbau der Technik
  • First - Light (geplant: August/September 2017)

 

Mai 2017 - Laminieren und mehr

Das Laminat wird benötigt um eine Wetterfeste Aussenhaut für die Kuppel zu schaffen. Ohne dem müsste sonst sehr viel Arbeit in den dauerhaften Schutz den Holzes investiert werden. Die Beschichtung besteht aus 2 (an Nahtstellen 3) Lagen aus 100 g/m² Glasfasergewebe und Epoxidharz (L + EPH500). Das ganze wird per Hand, d.h. mit Pinsel und Rolle aufgetragen.

Abschließend wird diese Hülle mit weiss gefärbtem Gelcoat lackiert. 

 

Was ist noch zu tun? Technik...

Die Kuppel soll natürlich direkt, über einen PC und über das Internet gesteuert werden können. Dafür gilt es ein wenig Entwicklungsarbeit zu leisten. Als Kuppelsteuerung wird ein Mikrocontroller vom Typ Atmel ATMega eingesetzt, der mit zwei Schnittstellen und Tastern ausgestattet ist. Weiterhin wird noch ein ASCOM Treiber entwickelt, damit sich das System nahtlos mit der Aufnahmesoftware integriert. Details dazu folgen noch...

April 2017 - Beplankung

Als versteifendes Element und als Basis für die kommende GFK Beschichtung dient Sperrholz (4mm Pappel) welches für jeden Spant und die beiden Schieberhälften passend zugesägt wurde. Leider habe ich versäumt, bereits zu Beginn eine präzise Schablone anzufertigen, das hätte die Arbeit deutlich beschleunigt, da alle Planken fast identisch sind bzw. sein sollten.

Die Platten wurden aufgeklebt und verschraubt. 

Der untere Abschluss wurde innen mit einem 2mm Aluminiumblech verstärkt, da sich das Sperrholz sonst verformen würde.

   

März 2017 - Die Teile sind fertig

Die Spanten und Spaltringe lassen sich prinzipiell mit jeder Oberfräse auch in Eigenregie herstellen. Problem ist aber die präzise Herstellung (+- 1mm) sowie die Materialbeschaffung. 30mm Multiplex ist schwierig zu handhaben. Ich habe mich deshalb dafür entschieden, alle Kreisförmigen Teile herstellen zu lassen. Diese Aufgabe konnte Stefan Reichmann mit seiner Firma teleskop-schutzbauten.de zu einem guten Preis und hervorragender Qualität ausführen. Großer Vorteil zu einer "üblichen" Zimmerei: Er weiss wovon er redet und versteht die Anforderungen an Sternwartenbauten.

Die genaue Anpassung der Spanten erfolgte dann in der heimischen Werkstatt. Die Laufringe sind aus mehreren Viertelkreisen versetzt verklebt und verschraubt aufgebaut. 

Als Laufrollen kommen 10 Stück Baumarktübliche Bockrollen mit Weichgummibelag zum Einsatz. 

 

November 2016 - Erste Konstruktionen

Wie oben geschrieben, wird es eine recht normale Kuppelkonstruktion. Die wichtigsten Anforderungen hier als Liste:

  • Gewicht < 100kg (Montage ohne Kran muss möglich sein)
  • Komplett motorisiert, d.h.:
    • Lokal mit Tasten steuerbar
    • Lokal / Remote mit dediziertem Sternwarten-PC steuerbar
    • Lokal mit Bildverarbeitungs-PC steuerbar
  • Aus handelsüblichen Materialen zu fertigen
  • Preis geringer als eine vergleichbare kommerzielle Lösung
  • Robuste und damit wenig fehleranfällige Konstruktion
  • Später rein fotografische Nutzung
  • Durchmesser innen: 1,9m, Aussen: 2,1m